Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leonding
Sandl ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1400 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt. Geografie Sandl liegt auf 927 m Höhe im Freiwald. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 10,5 km und von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 58,3 km². 40,3 km² sind bewaldet und 17 km² landwirtschaftlich genutzt. Westlich von Sandl erhebt sich der Viehberg (1112 m), östlich der Hengstberg (993 m) und nordöstlich der Steinberg (1072 m), dessen Gipfel auf tschechischem Gebiet liegt. Im Ort entspringt die Maltsch. Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 21 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Mai 2015). Am 1. Oktober 2014 wurden in der Gemeinde neue Straßen- und Ortsbezeichnungen eingeführt, wodurch sich die innergemeindliche Gliederung leicht verändert hat. Die Ortschaften Kohlstatt und Hubertussiedlung, sowie die Siedlung Geigering am hinteren Viehberg wurden offiziell gegründet und in das Gemeinderegister aufgenommen. Die Ortschaft Schanz am Dreiländereck zu Niederösterreich und Tschechien ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts unbewohnt. Einen weiteren Sonderstatus nimmt die Ortschaft Gugu ein. Diese erstreckt sie über drei Gemeinden: Bad Großpertholz, Liebenau und Sandl. Der größere Teil davon, liegt in der Gemeinde Sandl. Eben (56) Größgstötten (93) Gugu (33) Hacklbrunn (33) Hubertussiedlung (42) Hundsberg (44) Kohlstatt (76) Königsau (75) Neuhof (57) Plochwald (3) Pürstling (76) Rindlberg (32) Rothenbachl (44) Sandl (588) Schanz (0) Schönberg (4) Steinkreuz (31) Steinwald (64) Tafelberg (46) Viehberg (87) Weinviertl (29) Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Hacklbrunn, Königsau, Pürstling und Sandl. Geschichte Die ersten Siedler Sandls kamen durch wilde Rodungen nachdem 1376 Herzog Albrecht III. bestätigte, dass der Freiwald zwischen Weitra und Freistadt ohne Zins zur Nutzung freigegeben wurde. Diese willkürlichen Inbesitznahmen und exzessiven Waldnutzungen endeten erst 1627, als Kaiser Ferdinand II. den Freiwald an Leonhard Helfried Graf Meggau verpfändete. Graf Meggau war damals Pfleger der Herrschaft Freistadt. Bereits vorher gab es immer wieder Beschwerden über die Rodungen, so ist ein Dokument aus dem Jahre 1617 überliefert, in dem sich die Stadt Freistadt beim Landeshauptmann beschwert. Um 1603 wurde von 46 Häusern, 2 Glashütten und einem Maierhof der Zelkinger berichtet. Um 1615 wird der Ort "Sandl", bestehend aus 3 Häusern, zum ersten Mal in einem Protokoll erwähnt, jedoch wurde 1957 ein Rüstbaum mit der Jahreszahl 1508 im Haus Sandl Nr. 38 gefunden, womit der Ort Sandl über 100 Jahre vor der ersten Erwähnung existierte. 1700 zählte man bereits 22 Häuser in Sandl. 1739 wurde von Alois Thomas Raimund Reichsgraf von Harrach die Pfarre Sandl gegründet, 1742 war die Kirche samt Pfarrhof und Schule fertiggestellt. In den Jahren 1717 bis 1754 bestand eine Glashütte am Hengstberg die dann in die Ortschaft Gugu verlegt wurde (dort bis 1770 in Betrieb). Der Ansiedlung von industriellem Gewerbe war kein Erfolg beschienen, somit blieb als Einnahmequelle der Flachsanbau, die Zwirnproduktion und ab 1770 die Hinterglasmalerei, die aus Buchers übernommen wurde. Sandl war ein bedeutendes Zentrum der Hinterglasmalerei, im Ort wurde dazu ein Museum eingerichtet. Die Holzdrift auf der Aist ab dem Jahr 1801 brachte eine planmäßige Forstwirtschaft und den Zuzug von Arbeiterfamilien. Selbst nach Aufhebung der Grundherrschaft boten diese Wirtschaftsbetriebe eine gute Einnahmequelle und Arbeitsmöglichkeit für die Bevölkerung. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts machten wirtschaftlichen Umbrüche aus Sandl eine Pendlergemeinde. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Wie in ganz Österreich wurde auch in Sandl 1920 Notgeld eingeführt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich  am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 lag Sandl in der sowjetischen Besatzungszone; nach 1955 erfolgte ein Aus- und Neubau der Infrastruktur. In der Ortschaft Steinwald betrieb die Kapsreiter-Gruppe aus Schärding einen Steinbruch. Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung [1] Jahr Einwohner   Jahr Einwohner 1869 1.677   1951 1.633 1880 1.644   1961 1.768 1890 1.673   1971 1.730 1900 1.781   1981 1.650 1910 1.766   1991 1.558 1923 1.666   2001 1.531 1934 1.782   2008 1.467 1939 1.725 Entwicklung und Struktur Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1677 Menschen. Bis 1900 wuchs die Bevölkerung auf 1781 Menschen an. Danach schwankte die Bevölkerungszahl bis 1961 auf hohem Niveau, und erreichte 1934 mit 1782 Einwohnern den höchsten Stand in der Geschichte. Seit 1961 schrumpft die Bevölkerung drastisch, was vermutlich auf die dezentrale Lage, das raue Klima und den Mangel an Arbeits- und Lehrstellen zurückzuführen ist. Somit verzeichnet die Gemeinde Sandl die negativste Bevölkerungsentwicklung des ganzen Bezirkes. Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 20,8 %; 22,1 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 50,1 %. [2] Von den 1192 Bewohnern Sandls, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 3,4 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 6,4 % hatten eine Matura  absolviert, 43,7 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule  besucht und 46,6 % aller Sandler hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss. [3] Herkunft und Sprache Der deutsche Dialekt, der im Raum Sandl sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,5 % der Sandler gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,5 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,2 % tschechisch, die verbleibenden 0,8 % verteilten sich auf weitere Sprachen. Der Anteil der Sandler mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 1,2 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,5 % der Sandler Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft der Türkei, 0,3 % eine aus Deutschland und 0,5 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 2,1 % der Sandler in einem anderen Land als in Österreich geboren. [2] Politik Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Seit dem Jahr 1945 erreichte die SPÖ oftmals die meisten Stimmen, zwischen 1967 und 1997 immer mit absoluter Mehrheit. Bei der letzten Gemeinderatswahl 2015 erreichte die SPÖ die absolute Mehrheit. Die ÖVP hingegen musste schwere Verluste hinnehmen. Die Gemeinderatswahl 2015 mit einer Wahlbeteiligung von 89,57 % ergab folgendes Ergebnis: SPÖ 63,24 % +18,39 % 12 +3 ÖVP 36,67 % -7,34 % 7 -2 Bürgermeister der Gemeinde ist Alois Pils von der SPÖ. Er entschied 2009 eine knappe Stichwahl mit 552 zu 543 Stimmen gegen Bernhard Klein von der ÖVP für sich. [4]  Bei der letzten Bürgermeisterwahl erhielt Alois Pils 85 % der Stimmen und 15 % Gegenstimmen. Für Sandl fand sich trotz mehrerer intensiver Gespräche kein geeigneter Kandidat für die ÖVP. Damit überließ man den Bürgermeisterstuhl bereits im Vorfeld kampflos dem SPÖ- Bürgermeister Alois Pils. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern. Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusgemäß 2021 abgehalten. Wappen Das Wappen ist dreigeteilt mit der Grundfarbe Gold. Ein grüner Schräglinksbalken zeigt eine silberne Zugsäge mit goldenen Griffen, die die Forstwirtschaft in den ausgedehnten Forsten des Freiwaldes symbolisiert. Oben befindet sich eine Sandlbildrose mit schwarzem Stiel und schwarzen Blättern, dies ist der Hinweis auf die reichhaltige Kultur der Hinterglasmalerei. Unten wird ein blauer Schneekristall gezeigt, was auf die Rolle als Wintersportort im nordöstlichen Mühlviertel hinweist. Die Gemeindefarben sind Gelb-Rot-Gelb. Die Verleihung des Gemeindewappens und die Genehmigung der Gemeindefarben erfolgte am 8. März 1976. [5] Kultur und Sehenswürdigkeiten Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Sandl Weihnachtsmarke der Deutschen Bundespost von 1981 Altes Forstamt, früher Schloss Sandl Schloss Rosenhof, neues Schloss und Forstamt Pfarrkirche Sandl mit barockem Hochaltar, zwei Seitenaltären, Marienaltar und neuer Pirchnerorgel Hinterglasmuseum Sandl: Ca. 140 Originale zeigen die Entwicklung der Hinterglasmalerei in Sandl, einem der bedeutendsten Orte für diese Kunst. Naturdenkmäler Großer und Kleiner Rosenhoferteich: Der kleine Teich ist ein beliebter Badeort für die einheimische Bevölkerung, aber auch für Gäste. Außerdem sind die Teichanlagen wichtige Lebensräume für selten gewordene Pflanzen- und Tierarten. Der Knobarade: Der Knobarade ist ein sagenumwobener Stein am Fuße des Viehbergs. Einer Legende zufolge solle sich der Stein jedes Jahr am Heiligen Abend öffnen und der Teufel zählt darin Gold. Sport Skigebiet: Der Viehberg ist ein wichtiges Skigebiet im nordöstlichen Mühlviertel und durch die Pisten ideal für Anfänger. Hallenbad Langlaufloipen: Im Gemeindegebiet von Sandl sind jährlich etwa 26km Langlaufloipen gespurt (3 klassische Loipen und 1 Skatingloipe) Verkehr Die Böhmerwald Straße (B 38) führt durch den Gemeindeort. Wirtschaft und Infrastruktur In der Ortschaft Steinwald befindet sich ein Granit-Steinbruch, der bis 1984 von der Kapsreiter-Gruppe aus Schärding betrieben wurde. Im Gemeindegebiet existieren drei Freiwillige Feuerwehren, in: Gugu-Schönberg, Pürstling und Sandl. Öffentliche Einrichtungen und Bildung Im Gemeindegebiet befinden sich ein Kindergarten, eine Volksschule und eine Hauptschule  mit Sportklassen. Persönlichkeiten Wolfgang Wöss: Leiter der Sternwarte Tafelberg, hat mit der NASA  zusammengearbeitet (Voyager- und Apollo-Programm); zudem auch Beteiligung am Planetenwanderweg von Freistadt nach Sandl Einzelnachweise 1.   Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung  (download als pdf; 35 kB)     Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf; 10 kB)     Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf; 10 kB)     http://wahl.land- oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPBuergermeisterStichwahl.jsp?BEZIRK_SELECTION=6& wahlNameKurz=B09&bezirk=&cmdAktualisieren=    Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Sandl (abgerufen am 27. Oktober 2008)
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