Scharnstein (1848–1976 Viechtwang) ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Gmunden im Traunviertel mit 4737 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Geografie Scharnstein liegt im Herzen des Almtals auf um die 450 m ü. A. Höhe Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,1 km, von West nach Ost 10,5 km. Die Gesamtfläche beträgt 47,8 km². 54,8 % der Fläche sind bewaldet, 36 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011 [1] ): Dorf (709) Mühldorf (1409) Scharnstein (1281) Viechtwang (1340) Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Dorf, Mühldorf I und Viechtwang. Geschichte Die Grafen von Rebgau begannen um 1120 mit dem Bau der Burg Scharnstein. 1204 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung. Bereits 1492 erwarb der kaiserliche Pfleger auf Wildenstein, Christoph Jörger zu Reut, von Sigmund Graf Schaunberg die Burg Alt-Scharnstein samt dem Landgericht auf dem Moos, die er jedoch schon wenige Jahre später wieder an Kaiser Maximilian I. verkaufte. Im Jahr 1538 brannte die Burg aus Fahrlässigkeit ab. Johann Fernberger verwendete das Geld nicht für den Wiederaufbau der Burg, sondern für den Bau des Pfleghauses (Schafferleithen). 1584 erwarben die Jörger, namentlich Helmhart VIII. Jörger, die Herrschaft Scharnstein und errichteten ein mächtiges Schlossgebäude neben dem bereits bestehenden Pfleghaus, das neue Amtshaus an der Schafferleiten, und gründeten ab 1585 auch die ersten Sensenhämmer an der Alm. In der Gegenreformation wurden 1621 alle Besitzungen der für die Verbreitung der protestantischen Lehre in Oberösterreich mit vollem Einsatz und schließlich mit offenem Widerstand eingetretenen Jörger konfisziert; die Herrschaft Scharnstein wurde 1625 dem Kloster Kremsmünster verkauft. Die Herrschaft Scharnstein unterstand ab 1625 dem Stift Kremsmünster. Während der Napoleonischen Kriege wurde die Region mehrfach von französischen Truppen besetzt, blieb aber immer ein Teil des Landes Österreich ob der Enns. Ab 1848, mit Schaffung der Ortsgemeinden nach der Revolution, hieß die Gemeinde Viechtwang, nach dem heutigen Ortsteil. Noch im 19. Jahrhundert war Scharnstein die größte Sensenproduktionsstätte der Monarchie. 700 Beschäftigte erzeugten täglich 4.000 Sensen und 5.000 Sicheln. Im Jahre 1901 wurde die Almtalbahn von Wels nach Grünau im Almtal fertiggestellt, und somit war Scharnstein über den Schienenverkehr erreichbar geworden. Seit 1918 gehört Scharnstein zum Bundesland Oberösterreich. 1932 wurde Scharnstein zum Ort erhoben. Im Jahr 1967 erwarb Harald Seyrl, ein österreichischer Historiker, das Schloss vom Stift Kremsmünster und begann mit Arbeiten zur Rettung der historischen Substanz, die mittlerweile weitgehend abgeschlossen sind. Im Jahr 1976 wurde der Gemeindename wieder auf Scharnstein geändert. Das Jahr 1987 brachte das Ende der 400 Jahre währenden Scharnsteiner Sensenerzeugung. Im Jahr 2004 wurde die Gemeinde Scharnstein anlässlich ihres 800 jährigen Bestandes von LH Dr. Josef Pühringer zur Marktgemeinde erhoben. Einwohnerentwicklung 1991 hatte die Gemeinde laut Volkszählung 4309 Einwohner. 2001 dann 4539 Einwohner und im Jahr 2011 4731 Einwohner. Politik Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Gmunden. Gemeindevertretung Von 31 Sitzen entfallen auf: ÖVP: 14 SPÖ: 13 FPÖ: 4 Sitzverteilung seit der Gemeinderatswahl 2009: 14 Mandate Österreichische Volkspartei (ÖVP) 13 Mandate Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) 41 Mandate Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) Bürgermeister ist Rudolf Raffelsberger von der ÖVP. Wappen Die Gemeindefarben sind Rot-Weiß. Das Wappen ist das Stammwappen der Jörger von Tollet, deren Helmhart VIII. durch sein Wirken, insbesondere als Begründer der Sensenindustrie im Almtal, für Scharnstein wirtschaftshistorische Bedeutung erlangt hat. Das Wappen wurde 1977, nach der Änderung des Gemeindenames zu Scharnstein, verliehen. Regionalpolitik St. Konrad gehört zur Tourismusregion Almtal, der 1. Jänner 2013 gegründet wurde. [2]  gegründet wurde. Hauptort der Gemeinde: Markt Scharnstein                                                                               Scharnstein (Hauptort einer Marktgemeinde)                                                                 Ortschaft (Hauptort der Gemeinde) Basisdaten Pol. Bezirk, Bundesland Gmunden, Oberösterreich Pol. Gemeinde Scharnstein  (KG Mühldorf I) Koordinaten 47° 54′ 11″ N, 13° 57′ 42″ O Höhe 488 m ü. A. Einwohner d. Ortsch. 1212 (2001) Gebäudestand 399 (2001) Statistische Kennzeichnung Ortschaftskennziffer 08782 Zählsprengel/ -bezirk Scharnstein-Mühldorf, Haid (40719 000,002) Ortsch. mit Spielangerthal, Tießenbach, Schloss Scharnstein Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; DORIS Gemeindehauptort ist der Marktort Scharnstein. Er liegt direkt an der Alm, auf einer Höhe von 488 m ü. A.. Die Ortschaft Scharnstein umfasst etwa 400 Gebäude mit etwa 1200 Einwohnern, also 1 4  der Gemeindebevölkerung, der überwiegende Teil im Ort selbst. Zum Ortschaftsgebiet gehören auch die Rotte Spielangerthal und die Siedlung Tießenbach am anderen Almufer, wie auch Schloss Scharnstein am Nordende des Orts. Der Ort liegt an der B 120 Scharnsteiner Straße und hat eine Haltestelle der Almtalbahn. Wirtschaft und Infrastruktur Vereine Marktmusik Scharnstein-Redtenbacher Kultur und Sehenswürdigkeiten Sensenmuseum Geyerhammer Schloss Scharnstein: Schloss Scharnstein geht auf das Jahr 1538 zurück. Heute befinden sich im Schloss zwei Museen: [3]   o Österreichisches Kriminalmuseum und Österreichisches Gendarmeriemuseum:  Im Museum wird die Geschichte der österreichischen Justiz und Sicherheitswesens vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart gezeigt. Breiter Raum ist der Geschichte des Gendarmeriewesens von 1849 bis zur Gegenwart gewidmet. o Museum für Österreichische Zeitgeschichte: Anhand von Objekten und Bildern wird die Entwicklung Österreichs im vergangenen Jahrhundert gezeigt. Ruine Scharnstein: Die Burg wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Sie bestand einst aus einem Turmvorwerk, einer Vorburg, einem großen Vorratsgewölbe sowie einer Hauptburg mit Palas, Kapelle und Bergfried. Sensenmuseum Geyerhammer: Das Freilichtmuseum zeigt den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Sensenproduktion. Schmiedevorführungen mit einem Hammerschmied werden regelmäßig abgehalten. [4] Sensenweg: Der Sensenweg ist ein wirtschaftshistorischer Wanderweg mit 2,4 km Länge. Der Sensenweg führt zu Produktionsstätten, Wohnhäusern und den Herrenhäusern der Hammerherren („schwarzen Grafen“). Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Scharnstein Kulinarische Spezialitäten Um die schwer arbeitende Bevölkerung zu versorgen, entstand ein besonderes Gebäck. Von einem unbekannten Bäckermeister wurde der nur im Almtal bekannte Zwieballen entwickelt. Sein Name geht auf ein altes Maß der Sensenschmiede zurück: zwei Handballen. Den Zwieballen gibt es nur im Almtal. Persönlichkeiten Töchter und Söhne: Hilde Berger (* 1946), Schauspielerin, Drehbuchautorin und Schriftstellerin (Romane) Wolfgang Leuthner, (1744–1812), Benediktiner und Abt des Stiftes Kremsmünster Gertrude Drack, Zoologin, genannt Rabengerti, die Ziehmutter des zahmen Kolkraben Kraxi (lebt in Viechtwang) [5] Weblinks  Commons: Scharnstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien  Portal: Salzkammergut – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Salzkammergut Webseite der Gemeinde Eintrag zu Scharnstein in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon) Gemeindedaten von Scharnstein. In: Statistik Austria. Weitere Infos über die Gemeinde Scharnstein auf dem Geo-Infosystem des Bundeslandes Oberösterreich                           
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Scharnstein
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