Info Wels
Wels in Österreich ist mit 60.382 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) [1]  die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes Oberösterreich nach der Landeshauptstadt Linz und belegt auf der Liste der Städte Österreichs den achten Platz. Verwaltungsrechtlich ist die Gemeinde Wels keine Einheitsgemeinde, sondern Stadt mit eigenem Statut und somit zugleich Bezirk. Zudem sitzt hier die Verwaltung des Bezirks Wels-Land. Die Stadt erlebte während der Römerzeit und des Mittelalters zwei Blütezeiten. Ihre heutige wirtschaftliche Bedeutung erlangte Wels als Messe- und Industriestadt sowie als Verkehrsknotenpunkt. Geografie Lage Wels liegt inmitten des Bezirks Wels-Land am linken Ufer der nach Nordosten fließenden Traun im Hausruckviertel auf 317 m ü. A., gemessen im Zentrum bei der Stadtpfarrkirche. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,5 km, von West nach Ost 9,6 km. Durch die Stadt fließen der Mühlbach und der Grünbach. Der Mühlbach wird künstlich von der Traun abgezweigt und mündet in Linz wieder in diese. Der Grünbach entspringt in der Nähe Bachmannings und fließt in einen Baggersee im Stadtteil Stadlhof in der Nähe Marchtrenks.Da die Stadt im Gebiet der Welser Heide, einer ebenen, durch jahrhundertelange Schlierdüngung fruchtbar gemachten Landschaft liegt, wird heute sehr viel Fläche landwirtschaftlich genutzt. Die Grenze zwischen Wels und Thalheim bei Wels bildet die Traun. Stadtgliederung Wels gliedert sich in die sechs Stadtteile: Innere Stadt und rundum im Uhrzeigersinn von SW bis NO: Lichtenegg, Vogelweide, Neustadt, Pernau und Puchberg. Unabhängig davon ist Wels auch in sechs Katastralgemeinden gegliedert: Lichtenegg, Obereisenfeld, Pernau, Puchberg, Untereisenfeld und Wels. [2] Weiters ist der politische Bezirk Wels-Stadt in 32 Ortsteile unterteilt: Aichberg, Au, Berg, Brandln, Dickerldorf, Doppelgraben, Eben, Gaßl, Höllwiesen, Hölzl, Kirchham, Laahen, Lichtenegg, Mitterlaab, Nöham, Niederthan, Oberhaid, Oberhart, Oberlaab, Oberthan, Pernau, Puchberg, Roithen, Rosenau, Schafwiesen, Stadlhof, Trausenegg, Unterleithen, Waidhausen, Wels, Wimpassing und Wispl. [3]  Daneben gibt es noch inoffizielle Bezeichnungen für Siedlungsgebiete oder Teile von Wels, wie Noitzmühle, eine größtenteils aus Hochhäusern bestehende Siedlung, die Gartenstadt oder Maxlhaid, eine kleine Siedlung am Rande der Stadt. Geologie Das Gebiet um Wels ist durch eine Molassezone, also eine Hügellandschaft, die aus tertiären  Ablagerungen aufgebaut ist (Tertiärhügelland), und durch fluviale Terrassen geprägt. Das Tertiärhügelland, im Norden und Nordwesten der Stadt, besteht vor allem aus Lehm und Schotter. Die Terrassen entstanden durch den Fluss Traun im Holozän und bestehen vor allem aus Kies, Sand und Ton. Seit der Flussregulierung im 19. Jahrhundert und der damit verbundenen Eintiefung der Traun gibt es im Welser Stadtgebiet kaum noch Überschwemmungen. Etwa 1985 wurden Dämme erhöht und mit dem Kraftwerk Marchtrenk die Traun ab Wels Mitte eingestaut. Die Rohstoffe des Welser Bodens werden zu wirtschaftlichen Zwecken genutzt. Es werden Sand, Kies, Löss und Lehm gefördert. Die beiden Letztgenannten kommen vor allem im Ortsteil Mitterlaab vor und werden zur Ziegelherstellung verwendet. Aufgelassen wurde der Abbau in Oberlaab, wo sich heute das Ziegelwerk Pichler befindet. Die Löss-Schichten einer Lehmgrube bei Aschet dokumentieren eingehend die Klimaentwicklung während der Eiszeiten und wurden wissenschaftlich untersucht. [4] Bereits 1892 wurde in Wels Erdgas gefördert; im Großraum Wels entstanden viele Bohrungen. Mit lokal gewonnenem Erdgas als Energiequelle wurde bis 1990 das Allgemeine Krankenhaus (zuletzt nur mehr in geringen Mengen) versorgt. Trinkwasser aus der Welser Heide ist auf Grund der dichten Besiedelung, der Landwirtschaft und der Industrie seit Jahrzehnten gesundheitlich nicht unbedenklich. Die Stadtverwaltung entschied sich daher nach dem Zweiten Weltkrieg für eine zentrale Wasserversorgung und Kanalisation. Seither bezieht die Stadt das Trinkwasser vor allem aus den Wasserwerken  Hartholz und Au an der Alm sowie aus einem Tiefbrunnen in der Nähe von Steinerkirchen. [5] Geschichte Urzeit Die ältesten Funde aus der Gegend von Wels stammen aus der jüngeren Steinzeit, also dem Zeitraum von 3500 bis 1700 v. Chr. Man fand einfache Werkzeuge, vor allem am Ufer der Traun und im heutigen Zentrum der Stadt. In der Bronzezeit, ab 1700 v. Chr., wurden Gräberfelder im Bereich des heutigen Flughafens angelegt sowie unweit davon ein Urnenfeld, das auf die Zeit der Urnenfelderkultur (1100–750 v. Chr.) datiert wird. Darin befanden sich 60 Gräber mit Beigaben, wie Bronzeschmuck oder Lebensmittel. Aus der Hallstattzeit (750–400 v. Chr.) fanden sich Schwerter in der Pernau. In der La-Tène-Zeit (bis 100 v. Chr.) bevölkerten Kelten das Gebiet um Wels und hinterließen Goldmünzen, Schwerter und Fibeln aus Eisen und Irdenware. Der Name „Traun“ kommt aus dieser Zeit. Möglicherweise ist der Name „Wels“ auch keltischen Ursprungs. Wels hieße dann übersetzt so viel wie „Siedlung an den Traunwindungen“. Wie aus im Zuge von Überschwemmungen abgelagerten Schichten festgestellt wurde, bildete die Traun damals im Raum Wels ein weitverzweigtes Flusssystem mit zahlreichen Nebenarmen. Die Aufteilung der Wassermassen führte dazu, dass die Traunarme bei Wels geringe Tiefen aufwiesen und daher hier ein Überqueren bei Furten möglich war. [6] Römerzeit Die kleine Siedlung entwickelte sich zu einem wichtigen Stützpunkt und Außenposten des Römischen Reiches. Unter Kaiser Hadrian wurde das damalige Ovilava zu einer Stadt (municipium) erhoben. Das bebaute Gebiet schloss das Gebiet von der Traun bis zur Höhe des heutigen Kaiser-Josef-Platzes ein. Es gab bereits Häuser aus Ziegeln, Dampfbäder, eine Arena  sowie ein Bewässerungssystem, das Wasser vom jenseits der Traun liegenden Reinberg brachte. In der Folge wurde Wels unter Kaiser Caracalla zu einer Großstadt (colonia). Aufgrund der drohenden Alemannengefahr wurde die Stadt erweitert, mit einer Stadtmauer umgeben – das Gebiet war etwa 90 ha groß – und eine Straße von Passau der Donau entlang gebaut. Sicher ist, dass sechs Türme und eine Toranlage in die Mauern integriert waren, die von der Burg angefangen der Westbahn entlang und über die Feldgasse zurück Richtung Traunufer gebaut war. Kaiser Diokletian machte Wels im Rahmen seiner Reform des Provinzen-Systems zu einer Hauptstadt, die das Gebiet des Römischen Reiches nördlich der Alpen, das Ufernoricum  (Noricum Ripense) verwaltete. Zwei Duumviri, die als Stadtrichter fungierten, zwei Ädilen, die für die Einhaltung der Gesetze und Marktrechte eintraten, ein Quästor, der die Stadtkasse verwaltete, und ein 100-köpfiger Stadtrat standen an der Spitze der Stadt. Ovilava verwaltete ein Gebiet, das von Inn und Donau eingeschlossen, östlich von den Verwaltungsgebieten Lauriacums (Enns) begrenzt, bis nach Bad Ischl reichte. Zum Stadtbezirk zählten Grenzbefestigungen, zu denen auch Linz (Lentia) und Passau (Boiodurum) gehörten, und unzählige Siedlungen auf oberösterreichischem und salzburgischem Boden. Auffallend an der römischen Gräberkultur in Wels ist, dass nur wenige kostbare Dinge beigesetzt wurden. Das war eine Wirkung zum einen der nahen Grenze, der ständig drohenden Überfälle und Kriege, zum anderen des strengen Klimas, weshalb sich nur wenige reiche Bürger ansiedelten. Reichere Gräber stammen nur aus früheren Perioden der Besiedlung. Vom 3. bis zum 5. Jahrhundert wurde das Gebiet um Wels oft von Germanen- und Vandalenstämmen sowie von Attilas Heer im Zuge der beginnenden Völkerwanderung  überfallen. Unter Kaiser Gallienus wurde die Provinz Noricum als verwüstet beschrieben. Der Offizier und König von Italien, Odoaker, ließ Noricum räumen, da es nicht mehr zu halten war. Ab dem 4. Jahrhundert dürfte Wels für einige Jahrhunderte wieder zu einer kleinen und unbedeutenden Siedlung geworden sein. [7] Wirtschaft im römischen Wels Landwirtschaft und Grenzhandel sowie Ziegelherstellung, Töpferei und Steinabbau waren die wirtschaftliche Grundlage der Stadt. Da durch das Stadtgebiet mehrere römische Reichsstraßen verliefen, unter anderem die große Ost-West-Verbindung nach Enns, wurden viele Güter aus dem Westen, wie Gallien und aus dem Rheingebiet, importiert, darunter Terra-Sigillata-Gefäße und Statuetten, darunter die so genannte „Venus von Wels“. Aber auch mit Italien herrschte reger Handel. Man fand Amphoren, Austernschalen und Bronzefiguren italienischer Herkunft. Der Anbau von Getreide deckte gerade den regionalen Verbrauch, wahrscheinlich wurden Rinder und Pferde exportiert. Im heutigen Stadtgebiet wurde der älteste Getreidespeicher im Bereich der Ostalpen gefunden, in dem den Erkenntnissen zufolge vor allem Weizen, Zwergweizen, Emmer, Gerste und Roggen eingelagert waren. Religion im römischen Wels Es gibt Hinweise, dass ein Pontifex und das Kollegium der Sexviri, eine Gemeinschaft, die sich dem Kaiserkult widmete, ansässig waren. Ihr Tempel, der der kapitolinischen Trias  geweiht war, wurde noch nicht gefunden. Für andere Götter und Geisterwesen, wie Apollo, Jupiter, Vulcanus, Genius und Laren wurden jedoch Weihesteine gefunden. Einige Statuen von Diana, Venus, Fortuna, Mercurius und Minerva konnten ebenso ausgegraben werden. Die keltische Götterwelt konnte nur anhand einer Statue einer Muttergottheit sowie eines Abbilds des keltischen Stiergottes Tarvos Trigaranus nachgewiesen werden. Das aufkommende Christentum war schon seit dem 3. oder 4. Jahrhundert in Wels vertreten. Diese ersten Jahre der christlichen Religion waren vor allem durch Verfolgung und Unterdrückung geprägt, doch soll Florian von Lorch in Wels gewirkt haben, bevor er nach St. Pölten flüchtete. Ein Teil eines Pilasters gibt Aufschluss über eine frühchristliche Kirche aus dem 4. oder 5. Jahrhundert und deutet auf eine größere christliche Gemeinde hin. Der Grabstein der Ursa gilt als einer der ältesten Funde einer frühchristlichen Gemeinschaft. Der Grabstein wurde von einem römischen Soldaten für seine Frau in Auftrag gegeben. Völkerwanderung Die Bajuwaren besiedelten im 6. Jahrhundert die Region um Wels. Waffenfunde in bairischen Gräberfeldern stammen aus dem 7. Jahrhundert. Im 8. Jahrhundert wurde Wels wieder mit Befestigungsanlagen ausgestattet, urkundlich wurde Wels als castrum uueles, was so viel wie „befestigte Siedlung Wels“ heißt, erstmals 776 erwähnt. Vorher Amtssitz von Graf Machelm, einem Verwandten der Agilolfinger, kam Wels bis in das späte 9. Jahrhundert zu den Besitzungen der Karolinger. Mittelalter Ab dem Jahr 1000 wurde Wels als „Markt“ bezeichnet und war bekannt für seinen Tuchhandel. Da Wels im 11. Jahrhundert zum Kloster Lambach gehörte, wurde es später dem Bistum Würzburg zugesprochen (→Siehe dazu auch: Wels-Lambacher). Im 12. Jahrhundert wurde Wels regelrecht aufgeteilt, denn das Marktrecht, die Maut für die Brücke, die Pfarrkirche und eine Marienkapelle wurden von Würzburg, Kloster Lambach, Stift Kremsmünster und einigen Adeligen getrennt verwaltet. Die ältesten erhaltenen Welser Dokumente stammen aus dieser Zeit. Es handelt sich hier um Bruckamtsrechnungen, also um Aufzeichnungen der Einkünfte der Traunbrücke, die zwischen 1138 und 1140 entstand. Durch einen Erbvertrag kam Wels nach dem Tod des letzten Traungauers 1192 in den Besitz der Babenberger, die im Jahr 1222 Wels als Stadt (civitas) beurkundeten. Wels gehörte zu dieser Zeit schon, neben Linz und Steyr, zu den größten Befestigungen Oberösterreichs und war Schauplatz einer Schlacht zwischen den Heeren von Herzog Heinrich XIII. von Bayern  und König Ottokar II. von Böhmen. 1233 brach Herzog Otto II. von Bayern in das Herrschaftsgebiet der Babenberger ein, denen er nach der Besetzung der Stadt Wels unterlag. Der Stadtplatz entstand im 13. Jahrhundert und das Ledertor, der Vorläufer des Ledererturms, wurde 1326 erwähnt. Die Habsburger vergrößerten die Stadt auf das Doppelte. Am 13. Juni 1295 wurde erstmals ein Siegel von Wels verwendet. Im 14. Jahrhundert erfolgte die Ausweitung des Marktrechts, der Bau von Schutzeinrichtungen gegen Überflutungen, die Befreiung von der Getränkesteuer, die Verleihung des Pfändungs- und des Stapelrechts und die Stadt musste nur an den Landesfürsten Steuern bezahlen. Charakteristisch für das 14. und 15. Jahrhundert war das Aufkommen der ersten wohlhabenden Bürgerfamilien, die sich ihre – zum Teil bis heute erhaltenen – Häuser im Bereich des Stadtplatzes und der Traungasse bauten und die Ausbildung der Handwerkszünfte, die sogenannten „Zechen“. Ihre Häuser standen und stehen vor allem in der heutigen Schmidt- und Bäckergasse. Ebenso hatten einige Adelsfamilien, Pfarren und Klöster Häuser in Besitz, für die sie den Status als (steuerbefreite) Freihäuser erwirken wollten. Kaiser Maximilian I. Kaiser Maximilian I. hielt sich sehr oft in Wels auf, viel öfter als andere Kaiser. Ein Grund dafür war sicher sein Jagdschloss in der Welser Heide. Unter ihm wurde 1514 das Rathaus und die Burg Wels ausgebaut und er erließ einige Privilegien für die Stadt. Die Stadt erhielt von ihm 1519 das Recht, in rotem Wachs zu siegeln. Ende 1518 machte der Kaiser zum letzten Mal in Wels Halt. Eine Erkrankung ließ ihn nicht mehr gesunden, sodass er Anfang 1519 mit den Worten „Ich bin für diese Reise mit Gottes Gnade ganz gerüstet“ [8]  in der Burg verstarb. Kaiser Maximilian I. wurde in Wiener Neustadt  beigesetzt. Reformation Im 16. Jahrhundert erfuhr Wels durch seine Stellung als Umschlagplatz für landwirtschaftliche Güter aus der Umgebung und aus dem Fernhandel eine wirtschaftliche Blütezeit. Erhaltene Bauwerke aus dieser Zeit sind der um 1577 erbaute Wasserturm, der aus dem Mühlbach geschöpftes Wasser speicherte, das über ein Rohrsystem in der Stadt verteilt wurde, und der Ledererturm, der 1619 erneuert wurde. Die Reformationsbewegung war vor allem von Welser Adeligen und Studenten getragen. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts lebten in Wels vor allem protestantische Bürger. Der Theologe Konrad Cordatus, ein Bekannter Martin Luthers, stammte aus der Umgebung von Wels. Nach ihm ist ein Veranstaltungssaal neben der evangelischen Kirche benannt. Die von Kaiser Ferdinand II. angeordnete Rekatholisierung wurde sehr streng durchgeführt und hatte eine starke Auswanderungswelle vor allem der führenden Familien zur Folge. Wels blieb, bis auf das Jahr 1626, größtenteils von Bauernaufständen und den Bestrebungen der Gegenreformation verschont. Als die aufständischen Bauern unter Stefan Fadinger in Wels Halt machten, wurde die Stadt ein Opfer der Flammen, ein Schaden, von dem sich Wels nur schwer erholte. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden etwa 200 Häuser neu erbaut, und die Wirtschaft sowie Kunstgewerbe und Handwerke begannen zu florieren. Wichtig wurde zu der Zeit die Eisenverarbeitung, der Großhandel und das Geldgeschäft. Zur bestehenden politischen Verwaltung der Stadt kamen ab 1569 der Bürgermeister und das Stadtrichteramt, die jährlich gewählt wurden. Der Stadtrichter hatte ab diesem Zeitpunkt nur mehr juristische Aufgaben. Barock Nach dem Dreißigjährigen Krieg, während dessen einige Male Truppen in Wels einquartiert wurden, waren die Stadtkassen leer. Die Pest, Hochwässer und ein Erdbeben im Jahre 1690 richteten große Schäden an. Die Bevölkerung von Wels belief sich zu der Zeit auf ungefähr 4000 Einwohner, die in rund 550 Häusern lebten. Die wirtschaftliche Ordnung der Stadt veränderte sich: das Eisenhandwerk und die Weber verloren an Bedeutung, nur die Zahl der Brauereien stieg auf fünf an. Der landesgrößte Getreidemarkt und einige Vertreter des Kunsthandwerkes überstanden die Rezession. Trotzdem entstanden im 18. Jahrhundert viele neue Denkmäler, einige alte Bauwerke wurden unter der Federführung von Wolfgang Grinzenberger und Johann Michael Prunner renoviert oder umgebaut. Der ehemalige Semmelturm am Kaiser-Josef-Platz (1733), das Rathaus (1739) und das Minoritenkloster (1745) wurden erbaut oder entscheidend verändert. Im 17. Jahrhundert wurde dem Stadtwappen das Fallgitter hinzugefügt. Kaiser Josef II. Die Reformen von Kaiser Josef II. zeigten in Wels ihre Auswirkungen. Zum einen wurden einige Kapellen abgerissen oder geschlossen. 1784 wurde das Minoritenkloster zugesperrt, dafür wurde 1781 der Grundstein für die evangelische Gemeinde gelegt; die ersten Versammlungen fanden statt. Im Jahr der Gründung der Vorstadtpfarre (1785) wurde der Stadtgraben trockengelegt. Um 1800 wurde Wels wiederholt von französischen Truppen besetzt und geplündert, fungierte aber auch als Hauptquartier einiger österreichischer Regimenter. Die Inflation legte Fabriken lahm, und die Preise für Getreide fielen wegen zu guter Ernten. Kaiser Josef II. ist heute auf dem nach ihm benannten Kaiser-Josef-Platz ein Denkmal in Form eines Standbildes gewidmet, das sich auf die Aufhebung der Erbuntertänigkeit bezieht. Biedermeier und Vormärz Die hohe Politik im 19. Jahrhundert war vom Metternichschen System geprägt, auch Wels wurde keinen großen Reformen unterzogen. Die Stadt wuchs gemächlich und war unter anderem Stützpunkt des k. u. k. Husarenregiments 12, bekam neue Ämter und ab 1823 eine einheitliche Stadtbeleuchtung. 1829 erfolgte die Gründung des Welser Theatervereins, der in der ehemaligen Spitalskirche vier-, später fünfmal in der Woche spielte. Erst 1883 übernahm das Linzer Landestheater den Spielplan für die Welser Bühne. Für die wirtschaftliche Entwicklung bedeutend war 1835 die Eröffnung der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden, die erst 1860 von der Eisenbahn abgelöst wurde. Die Wirtschaft war geprägt durch die beginnende Industrialisierung. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden eine Nagel- und eine Hutfabrik sowie einige Maschinenfabriken und die Welser Kunstmühle Fritsch. Nach der Märzrevolution 1848 kam es zur Gründung zahlreicher Zeitungen, darunter das erste Wochenblatt „Der Welser Landbote“, das von Michael Haas herausgegeben wurde. Sein Sohn Johann Nepomuk Haas (1820–1897) leitete später das seit 1855 erscheinende Wochenblatt „Welser Anzeiger“, das bis 1939 zu den wichtigsten Zeitungen Oberösterreichs zählte. Heute beherbergt sein ehemaliges Geschäft eine Buchhandlung am Welser Stadtplatz. Bedeutend war der Bau der Dragonerkaserne, die so groß war wie die Altstadt zu der damaligen Zeit. 1858 wurde sie fertiggestellt und sogleich vom Husarenregiment Nr. 6  bezogen. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges waren Dragonerregimenter, zuletzt das Vierte, in Wels stationiert. In diese Zeit fällt auch die Eröffnung der „k.k. privilegierten Kaiserin-Elisabeth-Bahn“ (Westbahn) im Jahre 1860. Damit erhielt Wels Anschluss an das österreichische Eisenbahnnetz, so dass sich Wien, Linz und Salzburg binnen Stunden erreichen ließen. Fin de siècle Die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war von reger Bautätigkeit geprägt, Gebäude wie die Sparkasse an der Ringstraße und das Krankenhaus wurden errichtet, sowie Fabriken, darunter die Nahrungsmittelfabrik Knorr, die Hanf- und Drahtseilerzeugung Teufelberger, die Landmaschinenfabrik Reformwerk, die Rahmenfabrik Nöttling und das Elektrizitätswerk  gegründet. 1904 wurde das Stadtmuseum im Sparkassengebäude am Ring eröffnet. Erster Weltkrieg und Zwischenkriegszeit Der Erste Weltkrieg riss ein tiefes Loch ins Stadtbudget. Die Stadt musste sich um die Verwundeten kümmern, die Grundversorgung der Zivilbevölkerung sichern, durfte aber auch wirtschaftliche Belange nicht vergessen. Die Inflation beherrschte die Nachkriegswirtschaft, bis sie 1924 für einige Jahre verlangsamt werden konnte. Die steigende Anzahl an Bürgern führte zur Gründung der Welser Heimstättengenossenschaft im Jahr 1911 und zu großen Bauvorhaben auf dem Wohnungssektor seitens des Magistrates. 1921 wurde die Müllereifachschule gegründet und 1923 die Landesfrauenklinik. Nach dem Krieg ging es wieder bergauf, die Stadt wuchs sehr schnell und neue Industriefirmen wurden gegründet, wie beispielsweise die Farbenfabrik Tigerwerk. Trotzdem dominierten Ende der 1920er Jahre hohe Arbeitslosigkeit und finanzielle Krisen die Stadt. Zeit des Nationalsozialismus Die Vorbereitungen zur Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden am Vorabend des 12. März 1938 im Café Markut in der Ringstraße getroffen. Das Militär wurde der NS- Ortsführung unterstellt und die Dienststellen der Polizei von der SS und der SA übernommen. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die Ortschaften Lichtenegg, Pernau und Puchberg  eingemeindet. In dieser Zeit entstand auch der Stadtteil Vogelweide, und 1939 wurde der Flughafen als Heimatstandort für die III. Gruppe des Kampfgeschwaders 76 ausgebaut. In der Nachbargemeinde Gunskirchen befand sich das Konzentrationslager Gunskirchen, ein Nebenlager des KZ Mauthausen. Die Welfen erwarben 1938 eine Maschinenfabrik, die Traktoren herstellte und ihre Firma Flugzeug- und Metallbauwerke Wels (FMW) arbeitete für die deutsche Luftwaffe; es wurden etwa 45 Prozent Zwangsarbeiter beschäftigt. [10]  In Wels befanden sich mehrere große Lager für Kriegsgefangene und ausländische Zivilarbeiter: Auf dem „Reichsnährstandsgelände“ (Messegelände) war in einer Ausstellungshalle das „Rennbahn“-Lager für französische Kriegsgefangene untergebracht, in der Wiesenstraße ein Lager für männliche ausländische Zivilarbeiter, an der Römerstraße das „Wispl“-Lager für Ostarbeiterinnen, an der Wallerer Straße das „Oberhaid“-Lager für sowjetische Kriegsgefangene sowie im „Herminenhof“ ein Lager für italienische Militärinternierte. Tausende Menschen mussten in unzähligen Betrieben und Arbeitskommandos Zwangsarbeit leisten. [11]  Wels war während der Zeit des Nationalsozialismus ein wichtiger Standort der deutschen Wehrmacht: Einerseits waren zahlreiche Truppenteile des Feld- und des Ersatzheeres und der Luftwaffe hier stationiert, andererseits wurden auch umfangreiche militärische Einrichtungen errichtet. Neben Schulen und verschiedenen anderen größeren öffentlichen Gebäuden wie dem Herminenhof und der "Deutschen Turnhalle" (heutige ÖTB- Turnhalle) wurden auch private Immobilien – teilweise unter Zwang – für die Einquartierung von Soldaten in Anspruch genommen. Die Wehrmacht errichtete mehrere Kasernen- Barackenlager (in Lichtenegg und Neustadt), Wohngebäude für Soldaten, Bau-Lager für Kriegsgefangene (in Pernau), Reserve-Lazarette (neben dem Luftwaffenlazarett in der Neustadt gab es im Allgemeinen Krankenhaus sowie in den Schulgebäuden des heutigen Realgymnasiums Dr.-Schauerstraße und des Gymnasiums/ der Mittelschule in der Vogelweiderstraße Lazarette) und verschiedene militärische Dienststellen (Heeresverpflegungsamt, Heereszeugamt, Heimatkraftfahrpark, Heeresbauamt, Heeresstandortverwaltung). Der bereits vor der NS-Zeit bestehende Militärflughafen wurde als Fliegerhorst Wels umfangreich ausgebaut. Eine Flugzeugführerschule bildete mehr als 1000 Soldaten aus. 5000 Welser dienten in der deutschen Wehrmacht, rund 700 verloren dabei ihr Leben. [12] Nach der Befreiung des KZ Gunskirchen durch US-amerikanische Truppen am 5. Mai 1945 wurden zahlreiche überlebende Häftlinge in Lazarette gebracht, auch nach Wels. Bis Ende August 1945 starben in der Stadt 1032 Befreite an den Folgen der Lagerhaft. Die Toten wurden am nordwestlichen Ende des Welser Stadtfriedhofs bestattet. [13]  Ein 1947 errichtetes Mahnmal und ein 2001 errichtetes Denkmal mit der Inschrift „Hier ruhen etwa 1030 Menschen, die infolge des NS-Regimes nach ihrer Befreiung aus dem KZ-Nebenlager Gunskirchen in Wels verstorben sind“, erinnern an diese Opfer. [14] Mindestens 131 Menschen mit Bezug zur Stadt Wels oder den Gemeinden des heutigen Bezirks Wels-Land wurden definitiv oder (im Falle „dezentraler“ Tötungen) möglicherweise Opfer der NS-Euthanasie in der Tötungsanstalt Schloss Hartheim, der Heil- und Pflegeanstalt Niedernhart sowie der Anstalt „Am Spiegelgrund“. [15]  Zumindest 13 aus Wels stammende Menschen jüdischer Herkunft wurden Opfer des Holocaust. [16] In den Jahren 1944 und 1945 starben mehr als 500 Menschen bei insgesamt elf alliierten Fliegerbomben-Angriffen. Beinahe 300 Wohngebäude wurden dabei zerstört, hunderte weitere beschädigt. Rund ein Fünftel des Wohnraums wurde damit vernichtet. [17]  Im Mai 1945 wurde die Stadt von der US-Armee befreit. Umgang mit der NS-Zeit nach 1945 Seit Ende der 1990er Jahre bemühten sich die österreichische Partei Die Grünen und die Kommunistische Partei Österreichs um die Umbenennung von Straßen und Plätzen mit Namen von Persönlichkeiten, denen ein Naheverhältnis zum Nationalsozialismus nachgesagt wird. Beispiele dafür sind die Wagner-Jauregg-Straße, benannt nach dem in Wels geborenen Nobelpreisträger Julius Wagner-Jauregg, die Ginzkeystraße, benannt nach Franz Karl Ginzkey, einem Autor und Mitglied der NSDAP und die Waggerlstraße, benannt nach Karl Heinrich Waggerl, einem Schriftsteller und ebenfalls Mitglied der NSDAP. [18]  Eine jahrelang kritisierte, 1964 in der „Sigmar“-Kapelle angebrachte Gedenktafel für die SS-Kameradschaft IV wurde 1995 von unbekannten Tätern entfernt. [19]  Der jahrzehntelang umstrittene Name der Turnhalle des Welser Turnvereines „Moritz-Etzold-Halle“ wurde 1997 auf „Turnhalle Wels“ geändert. [20]  Moritz Etzold war NSDAP-Kreisschulungsleiter gewesen. [21]  Im selben Jahr wurde auch die 1955 nach dem Verfasser des „Hakenkreuz-Liedes“ benannte Ottokar Kernstock- Straße umbenannt. Der damalige Bürgermeister Karl Bregartner hatte zuvor zum Ausdruck gebracht, er habe kein Problem mit dem Namen Kernstock. [22] Im Jahr 2008 wurden in Wels sechs Stolpersteine in Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus – es handelt sich um drei Personen jüdischer Herkunft und drei Widerstandskämpfer – verlegt. Nachkriegszeit Bis 1948 war die Lebensmittelversorgung prekär, die Industrie war am Boden und der Viehbestand stark reduziert. Die Eisenbahn war zerstört, die Wirtschaft brauchte zehn Jahre, um sich einigermaßen zu erholen. Neue Unternehmen wurden in dieser schweren Zeit gegründet, wie 1945 die Pumpenfabrik Vogel oder 1947 die Stahlwarenfirma Rübig. Der zunehmende Verkehr und die hohe Anzahl an Schülern waren die wichtigsten Probleme dieser Zeit, die mit dem Aus- und Neubau von Straßen und Bahnanlagen sowie der Handelsakademie (1952) als auch der Höheren Technischen Lehranstalt (1962) größtenteils gelöst werden konnten. Alle heutigen Kindergärten wurden zu der Zeit gegründet, die Wohnungsgenossenschaften investierten massiv in neuen Wohnraum. Die Grundsteine für die meisten heutigen öffentlichen Einrichtungen wurden in den 1960er und 1970er Jahren gelegt. Die Stadtbücherei, die Volkshochschule oder die Musikschule wurden zu der Zeit ins Leben gerufen. Der Höhepunkt der guten wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklung war im Jahr 1964 die Verleihung eines eigenen Statutes für die Stadt, Wels wurde nach jahrzehntelangen Bestrebungen zu einem eigenen (Stadt-)Bezirk erhoben. Im Zuge dessen wurden das Wappen und die Stadtfarben Grün und Rot offiziell in die Gemeindestatuten aufgenommen. In der offiziellen Beschreibung des Stadtwappens heißt es: „In Blau auf grünem, gewelltem Schildfuß ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau, das durchbrochene Rundbogentor mit hochgezogenem, goldenem Fallgitter, die Türme mit je drei schwarz geöffneten Fenstern, eines über zwei gestellt. Über dem Gebäude schwebt der österreichische rot-weiß-rote Bindenschild.“ [23] Das Wappen symbolisiert die Burg Wels oder die ehemalige Befestigung der Stadt im Mittelalter mit dem Fluss Traun davor. Die 1970er Jahre brachten neben der Gründung des Stadtteils Noitzmühle und vieler sozialer Einrichtungen, wie der Lebenshilfe und Beratungsstellen für Drogen- und Alkoholabhängige, auch Energiekrisen und ökonomische Rückschläge in Form von Konkursen einiger großer Firmen, wie der Firma Reisner & Wolff oder der Papierfabrik Welsermühl. Kirschblütenrennen, ein Radrennen, das seit über 40 Jahren vom Welser Fahrradclub veranstaltet wird. Für die jüngeren Schüler bietet der Magistrat jährlich Veranstaltungen in den Sommerferien an. Man kann unter anderem an Tennis-, Tauchkursen oder Ausflügen teilnehmen. Auch die Kinderfreunde bieten jedes Jahr mehrtägige Ausflüge in Oberösterreich an. Für das ältere Publikum bietet das Open-Air-Kino „Filmfestiwels“ im Sommer neben filmischen auch kulinarische Angebote. Auf dem Platz vor den Minoriten ist eine Leinwand  aufgebaut, wo neben bekannten Filmen des Jahres ebenso Filme aus dem Repertoire des Programmkinos gespielt werden. Daneben gibt es die Gourmetmeile, wo ausländische Spezialitäten angeboten werden. Weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Wels_%28Stadt%29
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